04.06.2013 - Südtondern Nachrichten

Hauptanliegen: Sich erinnern!
Der Geist des ehemaligen Geschwaders: Seit 20 Jahren ist nun schon die „Traditionsgemeinschaft Aufklärungsgeschwader 52“ aktiv 

 

Eine Piloten-Puppe sitzt auf einem alten Schleudersitz. Wappen, Fotos, Flugzeugmodelle und Auszeichnungen zeugen von einer vergangenen Zeit: Die Traditionsgemeinschaft hält das ehemalige Aufklärungsgeschwader 52 mit diesen stummen Zeugen und der Kameradschaftspflege in lebendiger Erinnerung. Vom 7. bis 9. Juni feierte der Verein mit seinen bundesweit knapp 370 Mitgliedern das 20-jährige Bestehen.

 

Dass das Geschwader nach über 30-jähriger Stationierung in Stadum und Leck nicht

vergessen wird, ist das Hauptanliegen der Traditonsgemeinschaft. 1500 Soldaten

zählte der Verband seinerzeit, 400 zivile Mitarbeiter kamen hinzu. Noch zu

„Lebzeiten“ des AG 52 gründete sich die Gemeinschaft: „Wir wollen den Geist, der

dieses Geschwader beseelt hat, weitertragen“, hatte der damalige Hausherr und

Kommodore des AG 52, Oberst Henner Scholz, gesagt. 200 Mitglieder

unterschrieben dieses Ziel. Das war im November 1992, im Dezember ´93

verabschiedete sich das Geschwader von der Bevölkerung, am 12. Januar ´94 stieg die letzte Phantom RF 4E von Leck in den wintergrauen Himmel und verschwand: Eine Ära war zu Ende gegangen.

 

Also ist die Traditionsgemeinschaft eigentlich etwas über 21 Jahre alt. „Wir haben unsere Jubiläumsfeier mit dem Ehemaligentreffen, das alle drei Jahre stattfindet, zusammengelegt“, begründete Vorsitzender Eberhard Rudy die Verspätung. Im November 2009 stieg er in die Fußstapfen von Peter Aniol. Der heutige Ehrenvorsitzende hatte die Geschicke der Gemeinschaft 17 Jahre lang geführt. Gleich von Anfang an erhielt diese großen Zulauf: In den ersten fünf Jahren konnten über 500 Mitglieder verzeichnet werden. Sie pflegten und pflegen die Kameradschaft sowie die Tradition des Geschwaders in Form von monatlichen Treffen.

 

Als Heimat dienten lange Jahre die unteren Räume des Offizierheimes, hier wurden auch die Chronik sowie Exponate aus allen Bereichen des fliegerischen Verbandes aufbewahrt. Mit den späteren Dienstherren hatte man sich einigen können und durfte die „gute Stube“ weiter nutzen. Im Frühjahr 2011 erhielt die Traditionsgemeinschaft die Hiobsbotschaft, den Keller räumen zu müssen. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Kisten gepackt und in einem leer stehenden Block zwischengelagert. Nach einer Zeit der Ungewissheit fand sich eine Lösung: „Das Unteroffizierheim wurde aus der Nutzung genommen, und wir durften dort einziehen“, erklärte Eberhard Rudy.

 

In der Zwischenzeit reifte bei der Traditionsgemeinschaft der Gedanke, nicht nur die Geschichte des AG 52 darzustellen, sondern den Umfang der Sammlung auf eine Standort-Traditonspflege zu erweitern. Das würde die gesamte Zeitspanne der Garnisionsgemeinde Leck von 1939 bis heute umfassen und auch künftigen Stationierungen die Fortführung ermöglichen. „Damit verbunden ist die Bemühung, eine militärgeschichtliche Sammlung genehmigen zu können. Darauf arbeiten wir hinaus“, sagte Beisitzer Andreas Nicolaisen. Last but not least wollte Eberhard Rudy verstanden wissen, dass die Traditionsgemeinschaft offen ist für alle, die dem Geschwader zugetan und ihm verbunden waren.

 

©Karin Johannsen

 

Andreas Nicolaisen und Eberhard Rudy pflegen die Erinnerungen an das Aufklärungsgeschwader 52. JOK