01.11.1992 - Panther Post

Seminar für junge Unteroffiziere

vom 28. Okt 1992

 

Auch bei der zweiten Ausrichtung der UV e.V. zum Seminar "Junge Unteroffiziere" war die Beteiligung durch 14 Teilnehmer wieder gut. Schon beim anfänglichen gemeinsamen Frühstück fanden die ersten interessanten Gespräche unter den Unteroffizieren statt. Etwas unsicher waren sie doch wegen der Dinge, die da auf sie zukommen sollten. Eine gewisse Spannung stand im Raum.

 

Pünktlich um 08:15 Uhr erschien der Kommandeur der Fliegerhorstgruppe, Oberstleutnant Heidenreich. Spätestens bei seiner Begrüßung und gleichzeitigen Seminareröffnung hob sich un jeder/jede Teilnehmer/teilnehmerin merkte, wie sich die Lage entspannte. Oberstleutnant Heidenreich sprach sich in seiner Begrüßung sehr positiv über das anstehende Seminar aus. Es sei nach seinen Worten als Gedanken- und Erfahrungsaustausch sehr gefragt.

 

Den eigentlichen Beginn machte der Stabsfeldwebel Herbst durch einen Vortrag über Aufgaben und Funktion einer UV e.V. Gleich eingangs des Vortrags wies der Stabsfeldwebel darauf hin, daß es seine Meinung und seine Argumentation sei, die nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluß sein müsse.

 

Der Vortrag befaßte sich mit dem Unteroffizier als Bezugsperson, den vielfältigen Vorschriften, dem Gemeinschaftsgeist, und ähnlichem. Weitere Punkte waren die "Aktivitäten" der "Chefs und Spieße", die Ausbildung und Bildungsarbeit in der Bundeswehr, sowie die Nachwuchgewinnung.

 

Verursacht durch die Umstrukturierung der Bundeswehr herrsche Unsicherheit, die im Moment keine gesicherte Zukunft in der Luftwaffe erscheinen läßt. In der anschließenden Diskussionsrunde wurden kritische Bemerkungen zu einzelnen Punkten des Vortrages von Stabsfeldwebel Herbst geäußert.

 

Ein nächster Abschnitt des Seminars beinhaltete ein Gespräch zum Thema "Der junge Unteroffizier und seine Bundeswehr". Es begann eine gemeinsame Erarbeitung von Punkten, die bei jungen Unteroffizieren "Lust" und "Frust" über die Bundeswehr bewirkten. Bei der Erarbeitung der Punkte, kam meist die Frage an die Teilnehmer selber: "Warum ist man zum Bund gegangen, und warum hat man sich als Soldat auf Zeit verpflichtet?". Sehr oft wird nur an die berufliche Karriere gedacht. Und hierbei fängt der Frust schon an. Hierbei fühlen sich die "Gruppen" oft von den Wehrdienstberatern und anderen schlecht beraten. So z.B. findet die oft prpagierte zivilberufliche Anderkennung der soldatischen Tätigkeit nicht statt. Auf der positiven Seite stand allerdings der Berufsförderungsdienst (BfD), der für die anschließend zivile Tätigkeit etwas bewirken kann.

 

Eine heiße Diskussion gab es im Anschluß mit den am Montag erarbeiteten "Lust und Frust"-Punkten und den zusätzlich eingeladenen Teilnehmern in dieser interessanten Diskussionsrunde: Oberstleutnant Heidenreich (Kommandeur), Major Gebhardt (Vertrauensperson), Hauptfeldwebel Haase (Spieß) und Oberfeldwebel Thomsen. Alle Teilnehmer nahmen kein Blatt vor den Mund und bezogen zu den einzelnen Punkten ehrlich und teilweise sehr offen Stellung. Besonders gut schnitt unsere Bundeswehrführung hierbei im Ergebnis hierbei nicht ab.

 

Als Abschluß fand daran anschließend noch ein gemütliches Beisammensein im Clubraum statt, wo meist positiv über das zurückliegende Seminar gesprochen wurde. Dieses bewiesen im Nachhinein nicht nur die Gespräche, sondern auch die Rückläufe der an die Teilnehmer ausgegebenen Manöverkritik.

©Unteroffizier Schult, Stab AG

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